Süßkartoffeln

Die Süßkartoffel (Ipomoea batata) ist weltweit eine der sieben wichtigsten Nahrungspflanzen, deren Anbau in allen wärmeren Ländern der Tropen stattfindet. Die Süßkartoffelknolle ist eine verdickte Wurzel, die zur Nährstoffspeicherung dient. In Europa beträgt die Süßkartoffelproduktion ca. 5000 ha mit einer Produktionsmenge von 24 000 Tonnen. Die beiden größten europäischen Süßkartoffelproduzenten sind Portugal mit 2 700 ha und Spanien mit 1 300 ha Anbaufläche.

Bisher hatte der Anbau von Süßkartoffeln in Deutschland noch keine Bedeutung, wobei durch die prognostizierte Klimaerwärmung die Anbaubedingungen für die Süßkartoffel in Deutschland verbessert werden könnten. Seit einigen Jahren nimmt jedoch die Bedeutung der Süßkartoffeln in Deutschland zu und es wurden einige Kultivierungsversuche angelegt. Jedoch gibt es aktuell in Deutschland noch kein „standardisiertes Anbausystem“ für Süßkartoffeln. Daher wurden auf dem Betrieb Hilmer Winte seit dem Jahr 2017 Süßkartoffeln angebaut. Im Ersten Jahr wurden testweise 200 m² Süßkartoffeln im Kartoffeldamm kultiviert. In den Jahren 2017-2020 wurden im Betrieb 2.000 m³ Süßkartoffeln angebaut. In Jahr 2018 und 2019 hat Sohn Carsten Winte im Rahmen seiner Masterarbeit einen Anbauversuch durchgeführt in dem, dass optimales Anbausystem für den Anbau von Süßkartoffeln erforscht wurde. Die drei Foliensysteme basierten auf einem Standard Kartoffeldamm. Folgende Varianten wurden getestet: Mulchfolienstreifen aus biologisch abbaubarer Mulchfolie, Mulchfolienstreifen unter einem Spargeltunnel aus Lochfolie und eine Variante ohne Folie.

Geschmack mit Tradition

Erdäpfel, Grundbirne, Bodenknolle – die Deutschen nutzen viele Begriffe für die Kartoffel. Aber wie sie die Nutzpflanze auch nennen, eines haben sie gemeinsam: Die Kartoffel ist traditionell ihre Lieblingsbeilage. Zurecht! Denn kaum ein anderes Nahrungsmittel lässt sich so vielfältig in Rezepten einsetzen, wie die leckeren goldgelben Knollen.

Aber: Damit die Kartoffel überhaupt erst ihren intensiven, vorzüglichen Geschmack entwickeln kann, bedarf es fachlicher Expertise beim Anbau sowie einer behutsamen Pflege bis zur Ernte. Und genau das ist unsere Stärke.

Jeder Handgriff, den wir tun, ist wohlüberlegt. Ob es das Pflanzen der Saatkartoffeln ist, die gewissenhafte Kontrolle in der Wachstumsphase oder die sorgfältige Auswahl der Knollen nach der Ernte – am Ende geht es vor allem um eines: Ihnen Kartoffeln aus der Region anbieten zu können, die Ihre Speisen durch ein unverkennbares Aroma zu einem echten Geschmacks-Erlebnis machen.

Wie wir das machen, zeigen wir Ihnen hier: Erfahren Sie mehr über die Produktionswege bei Kartoffel Winte!

Sorten

Annabelle

Die Frühkartoffel
Annabelle wird meist Ende Mai/Anfang Juni geerntet – und ist damit immer die erste Sorte im Jahr, die wir auf unserem Hof anbieten. Während Lilly, Linda, Cilena und Belana noch auf den Feldern heranwachsen, liegt die Frühkartoffel also bereits in ihrer ganzen Pracht auf dem Teller – ob als Beilage zum Spargel, im Salat oder als Hauptgericht mit Dipp. Annabell kommt ursprünglich aus den Niederlanden und ist eine festkochende Frühkartoffel, wie sie im Buche steht: Fein und zart im Geschmack. Mit ihrer wunderbar gelbfleischigen Optik macht sie schon beim Anschauen Appetit auf mehr. Ihre vitaminreiche dünne Schale lässt sich leicht schrabben, eignet sich aber auch ideal zum Mitessen.

Lilly

Die Feine
Bereits im April pflanzen wir die Keimlinge für unsere Mittelfrühkartoffel Lilly aus – und im August oder September ernten wir sie. Die rundovale, mehligkochende Sorte ist noch relativ jung: Erst 2011 wurde sie zugelassen. Seitdem begeistert sie mit ihrem vorzüglichen Geschmack, ihrer schönen, hellgelben Schale und dem tiefgelben Fleisch. Obwohl sie nicht zu den festkochenden Kartoffeln zählt, zerfällt diese aromatische Sorte nicht bei der Zubereitung – weshalb sie sich ganz besonders für Eintöpfe und als Salz- oder Pellkartoffel eignet. Wegen ihres intensiven Geschmacks lässt sie sich aber auch perfekt zu Kartoffelsuppe, Klößen oder Kartoffelbrei verarbeiten.

Linda

Die Königliche
Diesen typischen Geschmack, den wir mit Kartoffeln verbinden, hat Linda maßgeblich geprägt, denn: Die festkochende Sorte ist bereits seit 1974 auf dem Markt. Und hat somit bereits über Generationen hinweg an den Esstischen dieses Landes für Begeisterung gesorgt. Kein Wunder, dass man die langovale, tiefgelbe Kartoffel auch „Königin der Knollen“ nennt! 2007 wurde sie sogar zur Kartoffel des Jahres gewählt. Uns hat sie nicht wegen ihrer vielen Tiel, sondern wegen des unverwechselbaren cremig-butterigen Geschmacks überzeugt, der unter anderem in Aufläufen, Salaten und Gratins sehr gut zur Geltung kommt.

Belana

Die Alleskönnerin
Geschmacklich erinnert die im Jahr 2000 zugelassene festkochende Kartoffelsorte Belana an Linda und Annabelle: Das feine und intensive Aroma bleibt noch lange auf der Zunge. Die festkochenste Kartoffel in unserem Sortiment wird bereits ab Juni/Juli geerntet. Da sehen die Knollen mit ihrer glatten Schale und ihrem reingelben Innenleben zwar bereits sehr appetitlich aus – besser ist es jedoch, man lässt die Kartoffel noch etwas liegen, denn sie reift noch bis zu 130 Tage nach. Eine Kartoffel, die sehr gut zum Lagern geeignet ist also.

Cilena

Die Speckige
Cilena ist perfekt für Bratkartoffeln: Ihr volles, etwas speckiges Aroma bereichert vor allem Gerichte der deftigen Hausmannskost. Die festkochende Kartoffel mit eher spitzer Form wird im April gepflanzt und gehört seit ihrer Zulassung 1981 zu den bekanntesten und beliebtesten Kartoffeln Deutschlands. Wenn wir sie im Juli oder August ernten, liegen sie noch frisch, aber schon bereit zum Kochen, oder eigenen Einlagern in unserem Sortiment.

Kartoffelblüte 800x533px | Kartoffel Winte

Produktionswege – Vom Feld direkt in den Hofladen

Frühkartoffeln

Frühkartoffeln sind die ersten essreifen neuen Knollen des Jahres – sie werden früher gepflanzt und geerntet und gelten als besonders geschmacksintensiv. Mit ihrem cremigen goldgelben Fleisch, ihrer zarten Schale, dem geringeren Stärkegehalt und ihrem feinen Aroma sind sie die ideale Beilage für alles, worauf wir uns im Frühjahr freuen: Spargel, Matjes, Scholle und mehr. Aber auch für Brat-, Salz-, Ofen- und Pellkartoffeln sowie Salat eignen sich die Knollen. Das Besondere: Die Schale der Frühkartoffeln lässt sich einfach schrabben oder, besser noch, mitessen, denn in der schützenden Haut stecken viele Vitamine.
Da die Schale der neuen Kartoffeln noch nicht fest ist, lassen sich die Kartoffeln nur wenige Tage Lagern. Aus diesem Grund werden die Frühkartoffeln in 1,5 kg Gebinde abgepackt.

Bis sie in den Verkauf gehen, haben die Kartoffeln aber schon einen langen Weg hinter sich:

  • Vorkeimen

    Bereits im Dezember bringen wir die Saatkartoffeln per Hand in Vorkeimkästen aus, die in unserem Vorkeimraum untergebracht werden. Bei optimalen Licht- und Klimaverhältnissen beginnen sie hier zu keimen – bis sie so robust sind, dass wir sie aufs Feld pflanzen.

  • Pflanzen

    In der ersten oder zweiten Märzwoche – je nach Temperatur – Werden die vorgekeimten Pflanzkartoffeln aus den Vorkeimkisten von uns auf unseren Feldern gepflanzt. Dieses geschieht mit einer speziellen Pflanzmaschine mit sehr viel Handarbeit, um die zarten Keime nicht zu schädigen. In den besonders fruchtbaren Böden haben die Frühkartoffeln genügend Platz und ausreichend Nährstoffe, um heranzuwachsen.

  • Vliesabdeckung

    Bis Mitte Mai schützen wir die Kartoffelpflanzen mit einem Vlies vor Frost. So schaffen wir einigermaßen konstante Wachstumsbedingungen: Das Vlies hält nicht nur die Kälte ab, sondern speichert auch Wärme, wenn sich die Sonne bereits das eine oder andere Mal blicken lässt.

  • Rodung + Verkauf

    Ende Mai ist es soweit. Nach Wochen der intensiven Pflege und Wachstumskontrolle stehen die Kartoffelpflanzen auf dem Feld in voller Blüte. Für uns heißt es dann: Roden der Frühkartoffeln auf unseren Feldern. Dieses geschieht mit einem speziellen Kartoffelroder mit viel Handarbeit um die zarten Frühkartoffelknollen zu schonen. Und: die ersten neuen Kartoffeln des Jahres genießen.

Setzen der Frühkartoffeln 400x300px | Kartoffel Winte
Frühkartoffelfeld mit Vlies 400x300px | Kartoffel Winte
Kartoffelernte 400x300px | Kartoffel Winte

Spätkartoffeln (Lagerkartoffeln)

Zu unserer Frühkartoffel Annabelle pflanzen wir vier mittelfrühe und späte Kartoffelsorten an: Linda, Cilena, Belana und Lilly. Sie werden erst ab März/April gepflanzt und frühestens im Juli, spätestens im Oktober geerntet, lassen sich aber aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften wie einer robusten Schale und ihrer höheren Keimruhe auch perfekt einlagern. Bei der Auswahl unserer Sorten auf dem Hof haben wir darauf geachtet, dass wir für jedes Rezept vom Kartoffelsalat bis zum Reibekuchen die passende Kartoffel anbieten können.

Damit die einzelnen Sorten ihren vollen Geschmack entfalten können, kümmern wir uns darum, dass die Kartoffeln unter idealen Bedingungen auf unseren Feldern wachsen können.

  • Pflanzen

    Ab März/April pflanzen wir unsere Mittelfrüh- und Spätkartoffeln auf unseren Feldern aus. In den folgenden Wochen wachsen sie dort langsam zu grünen Pflanzen heran. Damit sie sich genügend Nährstoffe aus ihrer Umgebung ziehen können, kontrollieren wir den Boden regelmäßig und düngen ihn verantwortungsbewusst.

  • Ernte

    Kontrolle prägt dann auch die Zeit bis zur Ernte: Bewässerung, Gesundheitszustand der Pflanzen, Geschmack – all das behalten wir im Auge, damit das Ergebnis am Ende stimmt. Hat die Pflanze Blüten getragen und sind die Kartoffelblätter verwelkt, verbringen wir den Oktober mit der Rodung der Felder, fahren die Ernte ein und füllen langsam unsere Lager.

  • Lagerung

    Mittelfrühe und späte Kartoffeln entfalten ihr ganzes Aroma erst nach der Ernte. Deshalb lagern wir die Kartoffeln gut geschützt in unseren speziell klimatisierten Räumen ein. Natürlich können Sie die Knollen trotzdem schon bei uns kaufen. Der Vorteil: Manche unserer Sorten sind bis ins nächste Frühjahr lagerfähig.

Kartoffelpflanzen 400x225px | Kartoffel Winte
Kartoffelernte 400x225px | Kartoffel Winte
Hof Winte 400x225px | Kartoffel Winte